Dialoggedichte

Christophe Ein Morgen, wie Du sie liebst voller Dunst -etwas gespenstig- voller Hoffnung und Erwartung an den Tag Ein Morgen, der sich vom Herbst in den Lenz verlaufen hat, wartet zuhause geheimnisvoll auf Dich (c) Christophe Bossu     Anwort Annette Am Morgen Ich such meine Wurzeln, sie blieben zurück …

Zwei Kurzgedichte dem nahenden Frühling

Anstoß des Zaubers Gestern kreuzten Vögel den schwarzen Baum spielten sich zu Zauberfäden heute springen Blätter auf (aus: Monika Petsos, Fenster mit Himmel, Neues Literaturkontor)     Wärmequellen Frühling heizt alternativ speist Sonnenfarben ein dem Netz aus Gartengrün mit Blütenwindrädern füllt er uns das Energiedepot   © Monika Petsos

Februar mal Zwei

Februar Schüchtern lugt Aufbruch hervor: Schneeglöckchen, erste Krokusse zeigen sich Ein leises Gebet liegt über den Gärten Sonne reicht der Dunkelheit die Hand Ein neues Lied erklingt am Jahresbeginn Ohne Sorge die Vögel am Himmel Hoffnung auf Glück !     Februar Das Grau auf den Feldern Der Baum noch …

Nun kannst du kommen, Winter

Zwei Haikus von Hildegard Schallenberg: Nun kannst du kommen, Winter, ich sträube mich nicht, mein Haus ist jetzt warm.   Bald wird Dein Wunsch sich erfüllen, ich sammele Federn zum Fluge !   © Hildegard Schallenberg  

Schneegestöber

Weiße Flocken dick und flauschig bringen Wärme allem Korn. Geborgen unter weißer Hülle wartet es auf Sonnenschein, streckt grüne Spitzen ihm entgegen stillt Hunger bald von groß und klein.   © Wilma Frohne

Novembertag

Heute Tasten Graue Nebelfinger Sanft Nach meinem Gesicht. Heute Rascheln Bunttrockene Blätter Unruhig Unter meinen Füßen. Heute Gleiten Stille Schatten Schemenhaft Durch mein Erinnern. Heute Schneidet Die klare Luft Kalt wie nie In meinen Atem. Morgen Erhellt Warmer Kerzenschein Freudig Meine dürstende Seele.   ©  Brigitte Riechelmann 2005

Herbst

Herbst So farbenfroh, so federleicht, so voller Knistern, voller Schweben, so voller letzter Glut, so voll Vergänglichkeit – Du meine Liebe – Herbst.   Bedauern Was im Frühling keimte und zaghaft spross, das im Sommer Farben trug voll Übermut und Lachen, das nahm der Herbst fast federleicht in seine Arme, …

Spätsommer

Im Sommer ist es, wie man weiß, für Gartenarbeit viel zu heiß und wird`s dann Winter ist es bald für solche Arbeit viel zu kalt. Es bleibt nur Zeit so zwischendrin, doch das, scheint mir, macht wenig Sinn, denn wenn ich gern mal schaffen mag, dann regnet es doch jeden …

7. Kapitel

(Auszug aus „Stromberger Brände“, Regionalkrimi) EIN WUNDERBARER SOMMER ist ins Münsterland gezogen, das angrenzende Sauerland profitiert davon, unverdienterweise, munkeln manche Wetterfrösche. Die Landwirte schuften auf den Feldern, und nebenbei begutachten sie den Reifungsprozess der Zwetschen; hier um Stromberg besitzt jeder Bauer so viele Pflaumenbäume, dass er Brennmeister Drüffels Maischebehälter für …

Schattenkörper

Dein Körper kam als Schatten zu mir wieder, den ersten Nächten gleich, als du wie Traum auf mir gelegen und unsere Schatten glühten. Auf ewig neu sind wir uns Sturm, ich spür dich wirbeln und verwehe, wie ein Blatt am Lebensbaum, im Sinken zu dir hin. Unser Sehnen kennt den …