„Betriebsausflug“ Autorenkreis Ruhr-Mark e.V.

Die alljährliche kulturelle Gemeinschaftsveranstaltung des Autorenkreises sollte in diesem Jahr im heimischen Hagener Raum bleiben – boten sich hier doch erstklassige Ziele an. Der Hohenhof – ein architektonisches Juwel aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts – war keineswegs allen Mitgliedern des Autorenkreises ein Begriff. Schließlich rekrutieren sich die Autoren aus dem großen Regional-Bereich zwischen Ostwestfalen und dem Rheinischen. Und so bedeutete der Besuch im Hohenhof für viele ein Kennenlernen wunderbarer Jugendstil-Architektur und Innenarchitektur. Eine einstündige Führung erläuterte die Idee, die Karl-Ernst Osthaus bewog, dieses einzigartige Bauwerk zu initiieren. Zudem erfuhr die höchst interessierte Zuhörerschaft Gründe und Hintergründe für architektonische Entscheidungen des Ehepaares Osthaus. Es leuchtete schließlich ein, warum zwei Treppenhäuser eingerichtet wurden, eines ausschließlich für die Eltern Osthaus und das andere für die 5 Kinder. Permanentes Kindergetrappel auf den Holztreppen hätte konzentriertes Arbeiten unmöglich gemacht.
Leider ließ die Zeit ein ausführliches Kennenlernen der Parkanlagen nicht mehr zu, denn man wollte nach dem Mittagessen die nächste Verabredung pünktlich einhalten. Ein Besuch im Atelier Horst Beckings war abgesprochen. Annette Gonserowski hatte mit dem Maler Kontakt aufgenommen, inspiriert von seinen Bildern in unserem Tagungsdomizil „La belle Epoque“. Horst Becking war auch sofort und gerne bereit, der interessierten Gruppe seine Werke und seine Auffassung von Malerei vorzustellen. Auf diese Begegnung hatten sich die Mitglieder des Autorenkreises ausnahmslos gefreut, malen doch einige unserer Autoren selbst bereits sehr erfolgreich in eigenen Ateliers. Sie erhofften sich Inspiration und neue Erkenntnisse für ihre Arbeiten. Die Autoren erfuhren die Entstehungsgeschichte großflächiger Werke auf morbiden Leinwänden, den Baschen, und sie hörten, wie der Maler dazu kam, alte Dokumente als Gestaltungselemente und Grundlage für neue Werke zu nutzen. Hier unterstreicht Horst Becking auch gerne die Verbindung von Malerei und Literatur, wenn er betont „Da schaut immer ein Wort heraus“. Der Künstler verstand es vortrefflich, interessant Sachliches in spannende kleine Geschichten zu verpacken und Einblicke in die Kunst seines Malens und in den Kunstbetrieb im Allgemeinen zu vermitteln.
Zum Abschied rezitierte Wilfried Diener noch eines seiner neuesten Gedichte passend in die wunderbare Atmosphäre dieses Nachmittags.

Die Vorsitzende des Autorenkreises Ruhr-Mark, Velina von der Gaag, bedankte sich mit der neuesten Anthologie des Autorenkreises und mit einem bunten Gesteck Sommerblumen bei Horst Becking und bei seiner Frau für einen hochspannenden Nachmittag und für wunderbare Gastfreundschaft.

 

Artikel in Lokalkompass Hagen vom 05.09.2017:
http://www.lokalkompass.de/hagen/kultur/betriebsausflug-autorenkreis-ruhr-mark-ev-d788076.html