Winterruhe

Die Natur, sie zieht sich jetzt in sich selbst zurück,
sie ruht sich aus, erholt sich. Kommende Anforderungen, diese Aufgaben brauchen Stärkung,
Vorbereitungszeit in großer lichtloser Zeit, gern auch in relativer Kühle.

Sich zu erholen von den Anstrengungen
des vergangenen Jahres, des eigenen Wachstums, der Blüte, der Samenbildung, dem Fruchtausbau;
Die häufigen Gegenwinde, Starkregen, Gewitter und des öfteren Hagelschlag, sengende Sonne des
heißen Sommers ertragen zu können, nicht zu reden von üblen Insekten und ekelhaften Pilzen.

Ich/der junge, kraftstrotzende Mensch, ebenfalls Teil der Natur, er stellt sich gegen seine Herkunft, er
wähnt sich überlegen, als Mensch, als Herr, als Regent über alles, was kriecht und fliegt …

Mit Kraft und scheinbar voller Saft rennt er durch diese kalte, dunkle, oft verregnete Zeit,
fast ohne jeden Anteil an wärmender Zeit,
nicht bei der Arbeit, nicht in der Familie, praktisch nicht in der Gesellschaft, auch nicht in der Natur.

Ich/er legt/e ein Projekt nach dem anderen auf,
gab verschärfte Zeiten für die Bewältigung aus.
Lässt alle und auch sich selbst bis in die Nacht arbeiten.
Puscht sich selbst mit Übermengen Kaffee und Pillen zu Höchstleistungen, nicht wahrhaben wollend,
dass auch die Kollegen nicht ohne auskamen.

Die in dieser Zeit meist spärliche Sonnenstrahlen werden ersetzt durch Sonnenautomaten und/oder
Flüge gen weit entfernten Süden (z.B. Thailand, Karibik), was den geschundenen Körper zusätzlich
belastet, oft bereits krank gemacht hat.

Am Ende stehen Depressionen, neudeutsch Burnouts, was so viel wie
total entleerte, kraftlose Batterie bedeutet.

Vielfach ist, insbesondere der junge, oft
überhebliche Mensch, da noch unerfahren, weit weg von der Klugheit der Natur.

© Franz M. Sturm

Franz Moritz Sturm - Winterruhe
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