Projekt „Spiegelungen“

Kurz und Knapp:

Projekt Spiegelungen

Der Autorenkreis Ruhr-Mark e.V. beginnt an dieser Stelle ein offenes Schreibprojekt zum Thema „Spiegelungen“.
Jeder/jede Interessierte, ob Vereinsmitglied oder nicht, ist herzlich dazu eingeladen, sich mit eigenen Texten oder Kommentaren zu beteiligen.

Eingereichte Texte werden (unter Vorbehalt) auf dieser Website veröffentlicht.

  • Geplante Projektdauer: 01. Februar – 31. Mai 2022
  • Das Genre ist frei wählbar (Kurzgeschichte, Essay, Gedicht, …)
  • Der Einstieg in das Projekt ist jederzeit möglich
  • Nur Texte, die frei von Rechten Dritter sind
  • Alle Rechte verbleiben bei den Einsender:innen
  • Kein Wettbewerb, keine Jury, keine Preise – dieses Projekt dient der Inspiration und dem Austausch
  • Beiträge per eMail an: projekt@autorenkreis-ruhr-mark.de
  • PDF-Broschüre mit weiteren Infos: hier downloaden
  • Erweiterter Schreibaufruf: Spiegelungen innerhalb von Beziehungen (März 2022)
  • Erweiterter Schreibaufruf: Spiegelungen – Der böse Zwilling (Mai 2022)

 alle bisherigen Texte zum Projekt „Spiegelungen“

Dieses Projekt stammt von unserem (derzeit) jüngsten Vereinsmitglied: Liza Wandermaler

Zur Inspiration:

Spiegel: noch nie hat man wissend beschrieben,
was ihr in euerem Wesen seid.
Ihr, wie mit lauter Löchern von Sieben
erfüllten Zwischenräume der Zeit.

Rainer Maria Rilke

Auch wenn Rilke behauptet, man hätte niemals die Möglichkeit gehabt, das Wesen der Spiegel wirklich zu ergründen, können wir uns in Folgendem sicher sein: Spiegelungen spielen seit Urzeiten eine enorme Rolle in beinahe jeder Kultur auf der Welt – ob in Form von Legenden über selbstverliebte Jünglinge oder als abergläubische Unglücksplagen nach dem Zerbrechen eines Spiegels. Auch galten die teuren und schwierig herzustellenden Spiegel lange Zeit als Luxusgegenstände und waren nicht jedem zugänglich.
Am Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts erleben Spiegel eine Art Paradigmenwechsel, denn mit Freuds Theorie des Unbewussten begeben sich auch die Künstler:innen auf die Suche nach bisher unentdeckten Welten und scheinen sie in den Spiegeln gefunden zu haben. Es heißt nun, darin könne man nicht nur die physischen Konturen erkennen, sondern auch in die hintersten Ecken der Psyche hineinschauen; der Spiegel als Sinnbild für die Zerrissenheit des Subjektes in der Welt, angefangen damit, dass die Person im Spiegel etwa von Links- zu Rechtshänder:in wird.
Besonders der Symbolismus beansprucht diese Idee für sich, da sie ideal mit seiner Zwei-Welten-Theorie harmoniert. Um die Jahrhundertwende heißt es: „Vielleicht ist ja eben der Spiegel das Objekt, das das Ich mit dem Auch-Ich verbinden kann?“

Alle Autorinnen und Autoren sind herzlich dazu eingeladen, sich in unzähligen Spiegelungen mit diesem Thema zu beschäftigen. Beginnen könnte man mit Fragen: Bin das wirklich ich im Spiegel? Und wenn nicht, warum hört die Figur hinter dem Glas auf mich? Oder für die ganz Mutigen: Bin vielleicht ich es, die/der auf die Figur hinter dem Glas hört, weil eben ich im Spiegel bin? Brauchen wir einen Spiegel, um zu wissen, wie wir auf Menschen um uns herum wirken? Was wäre eigentlich, wenn wir keine Spiegel hätten? Und warum gibt es Menschen, die von ihrem Spiegelbild geradezu besessen sind?
Eingesandte Beiträge werden in regelmäßigen Abständen auf der Homepage des Autorenkreises Ruhr-Mark erscheinen und dienen als Inspirationsquelle und zum Austausch zwischen den Autorinnen und Autoren. Eure Beiträge nehmen wir bis zum 31. Mai entgegen.

Es lässt sich hoffen, dass wir am Ende des Projektes endlich das Wesen der Spiegel verstehen können.